Der frivole Blick


Dokumentation einer sexuellen Fantasie

©2010 Peter Florian

Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt

Printed in Germany ISBN 978-3-842-34158-6


Klappentext:

Unterhaltsam,spannend und zum Teil in einer verstörenden Direktheit und Intimität sind die Geschichten,Texte und Erzählungen des Künstlers Peter Florian.

 

Neben autobiografischen Texten, beschreibt der Autor pointiert die Vielfalt sexueller Neigungen, den Kunstbetrieb und seine Protagonisten und scheut sich auch nicht kontroversielle Themen aufzugreifen.

 

Das Buch gewährt einen intimen Einblick in die Gedankenwelt eines Künstlers, der seine Wünsche, Ängste und Obsessionen zwischen kreativer Fantasie und nackter Wahrheit auslebt.


Leseprobe

Prolog

 

Der Ursprung des Lebens, die Quelle menschlicher Existenz, beginnt mit der Befruchtung der weiblichen Eizelle und erreicht seinen Höhepunkt mit der Geburt eines neuen Erdenbürgers. Sex ist somit für jeden verantwortungsvollen Menschen eine Verpflichtung und absolute Notwendigkeit um den Fortbestands der menschlichen Rasse zu sichern. So gesehen unterscheidet uns nicht viel vom Tier, mit dem Unterschied, dass der Mensch die einzigartige Möglichkeit hat durch Intelligenz und Intellekt, seine niederen, nur der Fortpflanzung dienenden Triebe zu beherrschen und auch zu steuern. Männer müssen also nicht wahllos ihren Samen verteilen. Sie dürfen sich der Jagd und der spielerischen Erlegung eines auserwählten weiblichen Geschöpfs widmen, ohne gleich das Weibchen befruchten zu müssen. Dieses emotionale, dem sexuellen Akt vorausgehende Spiel zwischen Mann und Frau, empfand ich äußerst reizvoll und so kam es zu einer künstlerischen, sehr sinnlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema, ohne moralische Schranken und Grenzen...

 

 

...Aus diesem Grund war von Anfang an die Sexualität in meinem Leben und später auch in meiner künstlerischen Arbeit meine Hauptantriebsfeder. Nichts war für mich reizvoller, als dem Puristen den Finger in die Wunde zu legen und darin umzurühren.

Frauen, Musen und Modelle

 

Ich denke oft an Picasso. Nicht an seine Kunst, die unumstritten und sakrosankt ist. Es ist seine Persönlichkeit die mich fasziniert. Picasso war ja Zeit seines Lebens von Frauen umgeben, die ihn und seine geniale Kunst beeinflussten. Die Frauen haben ihn zu dem Künstler gemacht, als den wir ihn kennen, - ein Schöpfer, Forscher, Entdecker und Schamane der Kunst. Er hat seine Musen geliebt und zugleich gehasst. Sie waren für ihn Göttinnen aber auch Fußabstreifer. Diese ambivalente Geisteshaltung Frauen gegenüber, vermochte aus ihm künstlerisch alles herauszuholen, weil sein Privatleben, sein Seelischer Zustand und somit auch seine Kunst, eng mit der Partnerin, Geliebten verbunden war. Der scheinbar uneingeschränkten Liebe und Zärtlichkeit folgte abgrundtiefer Hass und unglaubliche Angst vor der Macht der Frau. Er fürchtete der Frau zu unterliegen und für immer und ewig in ihrem Bann gefangen zu bleiben. Mit jedem Scheitern einer Beziehung änderte sich sein Stil. Er war der Prototyp eines Seelenkünstlers. Seine Hände waren nur Werkzeug, ausführende Organe seines unglaublich kreativen Willens. Für Picasso waren Frauen Mittel zum Zweck, er verwendete sie als Motivation, verletzte sie und ließ sich von ihrem Schmerz für seine Kunst inspirieren. So leicht er seine Stile änderte, so einfach war es für Picasso immer wieder neue Frauen zu finden, sie emotional an sich zu binden, sie auszusaugen, für seine Kunst auf das Genialste zu „missbrauchen“ und wieder auszuspucken....

 

 

...Aber auch andere Künstler standen ihr Leben lang im Einfluss einer oder mehrere Musen, die meistens auch ihre Lebenspartnerinnen waren. Dalis Gala, Egon Schiele und seine „Diderle“, Alma Mahler-Werfel, Gefährtin und Inspiration für Männer wie: Kokoschka, Mahler und Werfel, Camille Claudel die Muse und Geliebte von Auguste Rodin oder die Verbindung zwischen dem Verpackungskünstler Christo und Jean-Claude… diese menschlichen Symbiosen zeigen wie wichtig das Zusammenspiel zwischen Künstler und Muse für die Kunst ist...... 

Die Gottesanbeterin

 

Ich betrat das Lokal und erlebte den totalen Mittelpunkt des Interesses. Augen die mich musterten und mich auszogen. Ich spürte die Illusion in ihren Köpfen, in mir eine perfekte geile Frau zu erkennen, und ich realisierte ihre wachsende Unruhe, wie der Urinstinkt des Mannes sie aufforderte diese Frau zu erobern, sie mit ein paar kräftigen Stößen zu erlegen. Die Schwänze hatten die Kontrolle in diesem Lokal übernommen, die Gehirne waren ausgeschaltet, die Soldaten hatten ihre Helme aufgesetzt und zwängten ihre roten Köpfe gegen die einengenden Hosen. Wäre mein Krieger nicht fest und sicher in einem Spitzenhöschen verschnürt, er würde mir sicher in den Rücken fallen.

Mann bleibt eben doch Mann!

Ich setzte mich an die Bar. Ich war gemein und niederträchtig. Ich trieb es an die Spitze und schlug ein Bein über das andere, und während mein Minirock fast über meinen Arsch rutschte, ging ein nicht wahrnehmbares Raunen durch das Lokal. Meine Blicke wurden einladender, vertrauenerweckender aber auch gefährlicher. Ich lächelte.

Was bin ich doch für eine falsche Schlange!

Typisch, wie Frauen eben sind!

Sie ködern die Schwanzgesteuerten gekonnt mit einer lasziven eindeutigen Bewegung, nehmen den Knüppel in die Hand und steuern die Nichtsahnenden geradewegs zur einladenden Klippe, wo sie, noch das Lächeln der freudigen Erwartung im Gesicht, mit erhobenen Mast zerschellen und untergehen....